Ringvorlesung

1989 – (K)EINE ZÄSUR

Vor 30 Jahren wurden die kommunistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa überwunden. Seitdem stand die Chiffre »1989« für das Wunder der friedlichen Revolution und das Versprechen demokratischer Freiheiten. Überzeugungskraft und Attraktivität von »1989« werden in der jüngeren Vergangenheit jedoch zunehmend infrage gestellt. Unverkennbar tritt zutage: Der revolutionäre Aufbruch hat zwar umfassende politische und gesellschaftliche Umwälzungen in Ost(mittel)europa bewirkt. Doch langfristig wurden damit auch Entwicklungen angestoßen und Bewegungen mobilisiert, die die Werte und erkämpften Rechte von damals heute wieder in Frage stellen. Dabei schrecken ihre Vertreter nicht zurück, für ihre Anliegen auch mit einstigem Revolutions-Vokabular zu werben. Das Jubiläum bietet deshalb die Chance einer doppelten Neuvermessung. Die Ringvorlesung diskutiert erstens »1989« als Teil einer »langen Wende« von der geteilten Welt zum geeinten Europa und zweitens als Referenzpunkt gesellschaftlicher Krisenentwicklungen der Gegenwart. Damit eröffnet sie neue Perspektiven auf das »Erbe von 1989« und eine Standortbestimmung sowohl der Berliner Republik als auch des veränderten Europas.

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Programm

Kommende Termine der Ringvorlesung im Wintersemester 2019/20