Dienstag, 19. November 2019 19.00 – 22.00 Uhr Dienstag, 19. November 2019 | 19.00 – 22.00 Uhr

Gärtner führen keine Kriege

Filmvorführung und Diskussion

Die preußischen Schlösser und Gärten entlang der Havel sind heute UNESCO-Weltkulturerbe und einmalige Kulturlandschaft. 1961 wurden die Gärten im Grenzgebiet zwischen Potsdam und West-Berlin zu einem Schauplatz des Kalten Krieges: Mauer, Grenzzäune und Todesstreifen zerstörten über 35 Hektar der historischen Parkanlagen.

Der Mauerbau zerschnitt das Ensemble. In den Gärten breiteten sich Mauer, Grenzzaun und Todesstreifen aus. Peter Joseph Lennés “Sichtachsen” wurden pervertiert: Die Grenztruppen wollten “Sichten”, um Fluchten zu verhindern, ein “freies Sicht- und Schussfeld”.

Die im 19. Jahrhundert angelegten romantischen Uferwege in den Parkanlagen in Babelsberg, im Neuen Garten und in Sacrow wurden zum Patrouillenweg der DDR-Grenztruppen. Planierraupen baggerten kunstvoll geschwungene Wege und Hügel weg, Parkarchitekturen abgerissen und große Flächen mit Pflanzengift verwüstet. Der 28 Jahre andauernden Zerstörung dieses weiträumigen Gesamtkunstwerkes folgte die Heilung, die aufwendige Restaurierung der Gärten nach dem Fall der Mauer.

Im Film kommen die damals verantwortlichen Gärtner zu Wort. Sie berichten von ihrem Versuch, die Gartenkunstwerke gegen die immer perfekter ausgebaute “Staatsgrenze” der DDR zu verteidigen. Und von der grandiosen Heilung nach dem Mauerfall.

ehemaliger Gartendirektor der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten
Michael Seiler
ehemaliger Revierleiter des Babelsberger Parkes
Karl Eisbein
Filmemacher
Jens Arndt

Dienstag, 19. November 2019
19.00 – 22.00 Uhr

Im Neuen Garten 11
14469 Potsdam

Eintritt frei

Anmeldung nicht erforderlich