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Samstag, 9. November 2019 Samstag, 9. November 2019

ZeitzeugInnenpodien

Moderierte Gespräche mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache

Wo stehen wir 30 Jahre nach dem Fall der Mauer? Wer hat „1989“ nicht als Jubelfest erlebt? Anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls 2019 lädt die Stiftung Berliner Mauer zu vier moderierten Podiumsgesprächen ein. Mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus der türkeistämmigen Community West-Berlins und der queer-feministischen Community Ost-Berlins kommen Gruppen zu Wort, die in der offiziellen Erinnerungskultur bisher unterrepräsentiert sind und die das Bild der Umbrüche ab 1989 weiten. Außerdem werden die Erfahrungen der zum Zeitpunkt des Mauerfalls jungen Generation thematisiert, genauso wie die zunehmende Ausreisebewegung aus der DDR in den 1980er Jahren und ihr Beitrag zur Destabilisierung der DDR.

1) Ausreise aus der DDR in den 1980er

Die massive Ausreise aus der DDR in den 1980er Jahren war ein wesentlicher Faktor, der mit zum Fall der Berliner Mauer und dem Zusammenbruch der DDR beigetragen hat. Unterschiedlichste Gründe bewogen Menschen dazu, einen Ausreiseantrag zu stellen – private, aber auch politische. Das Anwachsen einer regelrechten Ausreisebewegung war ein entscheidender Destabilisierungsfaktor für das System. Das Podium beleuchtet die Gründe, die zum Wunsch, der DDR den Rücken zu kehren, führten. Außerdem wirft es die Frage auf, wie die damals Beteiligten ihre damalige, lebensverändernde Entscheidung aus heutiger Perspektive bewerten.

ZeitzeugInnen:

Günter Jeschonnek | Mitbegründer der AG Staatsbürgerschaftsrecht der DDR, Ausbürgerung aus der DDR 1987

Christel Jung | Fluchtversuche und Ausreiseanträge, 1980 ausgereist

Moderation: Dr. Sarah Bornhorst |Stiftung Berliner Mauer

Uhrzeit: 13:00-14:05 Uhr

2) Die Generation 1975 und die Umbrüche ab 1989

Die Lebensphase zwischen 12 und 20 Jahren ist von der Abgrenzung von Autoritäten und Selbstfindung geprägt. Jugendliche, die in der Phase der Auflösung der DDR 14 Jahre alt waren, erlebten ein historisches Ereignis in einer persönlichen Umbruchssituation. Insbesondere für Jugendliche im Osten, die ihre Pubertät während eines Systemzusammenbruchs erlebten, war dies oft prägend. Es handelt sich um eine Generation, die sich nicht in Kategorien wie Opfer, TäterIn, MitläuferIn oder RevolutionärIn einteilen lässt. Bei dem Podium kommen eine Zeitzeugin aus Brandenburg und ein Zeitzeuge aus Baden-Württemberg zu Wort.

ZeitzeugInnen:

Anja Knablowski | Brandenburg

Tilmann Wörner | Baden-Württemberg

Moderation: Prof. Dr. Christiane Bertram | Universität Konstanz

Uhrzeit: 14:20-15:25 Uhr

3) Queer-feministische Perspektiven auf den Mauerfall

In den 1980er Jahren gründeten sich unter dem Dach der evangelischen Kirche lesbische und feministische Selbstorganisationen. Sie bildeten einen wichtigen Teil der kirchlich verankerten Oppositionsbewegung, die maßgeblich zum Fall der Mauer beitrug. Auch lesbische Gruppen hatten mit Restriktionen der Behörden zu kämpfen, nutzten in Ost-Berlin aber auch Freiräume. Es bestand ein DDR-weites Netzwerk, das teilweise Kontakte zu Gruppen im Westen hatte. In der Transformationsphase kämpften viele weiter für feministische Ziele. Das Podium beleuchtet diese Oppositionsbewegung und die Erfahrungen der Protagonistinnen nach dem Fall der Mauer.

ZeitzeugInnen:

Bettina Dziggel | Mitbegründerin Lesben in der Kirche

Christina Schmidt (ehem. Karstädt) | Dramaturgin, u. a. „Viel zu viel verschwiegen“

Moderation: Katja Koblitz | Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek e. V.

Uhrzeit: 15:40-16:45 Uhr

In Kooperation mit FFBIZ – das feministische Archiv und dem Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek e. V.

4) „Die Mauer ist gefallen und sie ist uns Türken auf den Kopf gefallen“

Für die türkeistämmige Community West-Berlins stellte der Mauerfall – nach anfänglicher Euphorie und Identifikation als BerlinerInnen in diesem historischen Moment – schnell eine eher negativ empfundene Zäsur dar. Sie wurden verstärkt als „die Anderen“ wahrgenommen und benannt, für die im neuen, ehemals geteilten und nun zusammenwachsenden Deutschland vermeintlich kein Platz mehr sei. Die rassistischen Pogrome in den 1990ern bildeten den Höhepunkt einer bereits in den 1980ern einsetzenden Entwicklung. Das Podium fragt nach den Erfahrungen türkeistämmiger West-BerlinerInnen und ihrer Sicht auf den Fall der Berliner Mauer.

ZeitzeugInnen:

Sevim Çelebi-Gottschlich | Abgeordnete des West-Berliner Abgeordnetenhauses ab 1987

Dr. Ertekin Özcan | ehem. Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V.

Moderation: Dr. Cihan Sinanoğlu  | Türkische Gemeinde in Deutschland e.V.

Uhrzeit: 17:00-18:05 Uhr

In Kooperation mit der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V.

Ausklang: 18:05-18:30 Uhr

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Gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zum 30. Jahrestag des Mauerfalls

Samstag, 9. November 2019

Bernauer Straße 119
13355 Berlin

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Mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache

Eintritt frei

Anmeldung nicht erforderlich